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Wacken Open Air 2011 – Möge das MUH mit euch sein.
Mal wieder war das Wacken Open Air Monate im Voraus ausverkauft gewesen und so kommt es wieder, dass sich knapp 90.000 Metaller an dem ersten Augustwochenende in Wacken versammeln, um Ozzy Osbourne und Co zu huldigen. Wir waren wieder, von Mittwoch an mit bei diesem Specktakel und haben so einiges zu berichten.
Den ersten Spaß hatten wir bei der Anreise, nach dem Motto wer früh da ist landet hinten, wurde auf dem kompletten Vip-Platz+Campingplatz aufgefüllt, Platz für Nachkommende war auch nicht einfach zu sichern. Freunde die Mittwochmorgen gegen 11.00 anreisten landeten auf X (quasi am A der Welt), andere die Donnerstagmorgen anreisten hatten nur 20 Minuten zum Gelände…ähh ja
Der Mittwoch wurde dann größtenteils mit dem Konsum diverser Alkoholika verbracht und dem Besuchen von Wacken Freunden. Das mittlerweile auch immer schwerer wird, allein wegen den Entfernungen und dem zusammengebrochenen O2 Netz… Das Wetter hält sich auch recht gut bis zum Donnerstagmorgen als ein paar Regentropfen den Vormittag befeuchten. Der morgendliche WC-Gang fällt dann leider auch erst einmal flach, mangels genügend Männer WCs im Vip Bereich.
Donnerstag
Der musikalische Donnerstag beginnt mit den Hardcorefreaks von KVELERTAK die das Zelt ordentlich zum Kochen bringen. Ebenso cool ist einfach nur SKI KING mit seinem COUNTRY TRASH, er stimmte die Menge dabei mit seiner Version von "Highway to Hell" mächtig auf die folgenden Tage ein. Das sollten für uns auch die einzigen Besuche des Wrestling Zelt bleiben, da man als gemeiner Musikinteressent dieses Rahmenprogramm nicht wirklich braucht.
Weiter geht es mit der Frontröhre DORO& SKYLINE die das Hauptgelände quasi eröffneten, zwar schon oft hier gesehen, dennoch rocken „All We Are“, und „We Are The Metalheads“ die Fans an die Wand, hier bleibt dann auch die Feuerwehrkapelle links liegen.
Der Auftritt von BÜLENT CEYLAN darauf lässt dann die Lachmuskeln zucken, zwar kannte ich die ähnliche Show schon vom Vorjahr auf dem Summer Breeze, dennoch war der Türke wieder sehr erheiternd und zeigt wieder einmal mehr das Metal scheinbar in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.
Passend ist danach natürlich der Auftritt von FREIWILD, auch wenn es der 3. Auftritt in Folge ist, rocken die Tiroler mit „Südtirol“ oder „Frei nach Vorn“ den Norden in Wacken kaputt. Die Massen vor der Bühne ticken voll ab und sind glücklich, Diskussion hin oder her FREI WILD rocken einfach.
HALLOWEEN hat dann erst einmal mit Stromausfällen zu kämpfen, auch sonst langweilen sie recht schnell, „I Want Out“ in allen Ehren, Grill rockt heute mehr.
Ein Grund mehr sich auf BLIND GUARDIAN zu freuen, zwei Wochen zuvor konnte ich bereits auf dem Metalcamp bewundern, daher war die Setlist schon bekannt. Der Anfang wurde mit „Sacred Worlds“ eingeleitet und die zigtausend Fans vor der Bühne drehen ab. Blind Guardian sorgen mit der gut ausgeloteten Setlist für ein Erlebnis der Extraklasse. „Welcome To Dying, Vahalla oder The Bard Song“ sind einfach Songs für die Ewigkeit. Gänsehaut!
Beste Voraussetzungen für den Prince Of Darkness, OZZY OSBOURNE, „War Pigs“, Mama I´m Coming Home, Paranoid“ Ozzy rockt halbtot das Wacken Open Air. „ I Can’t fucking hear you!“ ist das Credo des Abends, evtl. hätte er einfach sein Hörgerät einschalten sollen, immerhin standen knapp 90.000 Nasen vor den Bühnen. Dennoch zeigt Opa Ozzy das man auch mit dem körperlichen Zustand noch deutlich rocken kann! Und so geht der Donnerstag zu Neige, die Party vom Metal Hammer im Zelt folgte zwar noch, wurde aber irgendwie 3 ½ Stunden vor dem eigentlichen Ende abgebrochen, muss man nicht mehr kommentieren. Am Zeltplatz war es dann auch Flauschig.
Freitag
Nach dem epischen Kater, den man nur mit Whiskey am Morgen bekämpfen konnte, wurde der Kopf erst einmal von MORBID ANGEL freigeblasen, die einen angenehmen Geschmack im Ohr hinterließen.
Nebenbei wurde noch der Auftritt von VAN CANTO mitgenommen die eine solide Show ablieferten und die Meute zum Tanzen brachten. Da rief auch schon AS I LAY DYING zum morbiden Moshpit und zerlegen gleich einmal mit fettem Sound die Meute. Einfach nur eine fette Zerstörung aller Knochen.
Noch besser wurde es dann mit TRIVIUM, hier wummst der Sound so alles weg, kraftvoll, böse, thrashig und extrem mitreißend feuern sie das neue Album „In Waves“ in die Menge und die Fans fressen ihnen aus den Händen, Wow jetzt muss man nur noch seine Körperteile von den Wänden kratzen.
Da mittlerweile das massive Überschneiden der Bands stattfindet, entschieden wir uns für HEAVEN SHALL BURN die ebenfalls für fliegende Körper sorgten. „Black Tears“, „Combat“ oder „Voice Of The Voiceless“ sorgten für die größten Circle Pits auf dem Festival, Wacken ist halt kein Popfestival.
JUDAS PRIEST darf man leider nur von hinten genießen, so voll ist es an diesem Abend vor der Bühne Eine gewaltige Nummer folgt der nächsten. „Breaking The Law“, „Starbreaker“ „Victim Of Changes“ und „Painkiller“ sorgen für mächtige Stimmung auf dem Acker. Man mag es unwürdig nennen, wir nannten es BiertrinkenmangelsSicht.
Bei TRIPTYKON war die Bühne dann etwas dichter dran und man konnte die Schwarzheimer mit "Procreation of the Wicked", "Circle of the Tyrants" oder "Babylon Fell" genießen. Einfach nur schwerfällig und die pure Bosheit sorgten für ein nettes Konzert.
Ein Teil der Crew verschlug es zu KYUSS LIVES! die zeitgleich auf der Party Stage zockten. Brachial wurden die Ohren dort mit einem massiven und fetten Sound versorgt. John Garcia kam klar und charismatisch rüber und zog so immer mehr Interessierte von den großen Bühnen weg.
AIRBOURNE sorgen nun für den nötigen Arschtritt mit AC/DC- Einschlag, nette Partymusik und ideal um an dem Abend noch richtig abzufeiern. Auch die Kletter-Einlage von Joel durfte nicht fehlen, als er den Bühnenturm hinaufkletterte, um beim Song "Black Jack" die Menge mit einem feinen Soli zu begeistern… ohne Seil. Rock n Roll at Bestform.
SLIME durften für unsere OldSchoolpunks im Camp natürlich auch nicht fehlen. "Legal, illegal, scheißegal" funktioniert auch in Wacken. Staunend sahen sich SLIME einer wortgewaltigen und absolut textsicheren Masse gegenüber. Sänger Dirk witzelte über das Metal-Dasein: "Ob Jesus, Christus oder Odin – Religion ist scheiße!". Die Stimmung vor der Bühne kochte bei Klassikern wie "Alptraum", "Linke Spießer" und "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“. Der Punk regiert heute Nacht das Zelt.
Andere Teile bevorzugten die Cellos von APOCALYPTICA, zwar ist die Musik eigentlich zu schade für den miesen Wackenfestivalsound. Dennoch regieren die Cellos der Finnen die Nacht, moschen oder staunen steht hier auf dem Plan, eine perfekte Abrundung des Abends.
Samstag
MOONSORROW steigen nun mit „Kylän Päässä“ auf die Bühne und können einen recht großen Haufen an Fans vor der Bühne begeistern, leider ist es irgendwie viel zu hell für diese düstere Musik.
Bei ENSIFERUM regiert wieder die Party, warum die Band bereits so früh zum Frühsport einladen kann ist eine recht gute Frage. Dafür sind aber schon eine Menge Fans vor der Bühne und feiern die Finnen gnadenlos ab. Ebenfalls abfeiert wurden darauf auch CRASH DIET, der schwedische Glamrock fetzt hier nur so aus den Boxen und die Band fegte im alten Stil über die Bühne das man nur staunen kann.
Bei KATAKLYSM gibt es wieder das volle Brett und „Illuminati“ oder „Shadows And Dust“ sorgen hier für eine gute Körperzerstörung im Pit, die Band ist einfach eine Macht. Was man von den Japanern DIR EN GREY nicht sagen kann. Was sie auf dem Festival zu suchen haben ist mehr als Fragwürdig, immerhin sorgt der extrem beschissene Sound und Darbietung für eine Flucht von der Bühne.
So eine Metallerwanderung gibt es darauf auch bei MAYHEM und zwar zu Gunsten von KNORKATOR. Die Partystage ist rappelvoll und die Party dort ist unbeschreiblich krank. “Böse“, „Es kotzt mich an“, „Alter Mann“, „Ding Inne Schnauze“ und „Kurz und Klein“ sorgen dafür, dass hier wirklich jeder Glücklich wird, inklusive der vier Teletubbies.
Das letzte Konzert von Mattew Barlow mit ICED EARTH wurde ebenso episch abgefeiert, „Burning Times“, „Declaration Day“ und „I Died For You“ sorgen für eine sehr solide Setlist. Schade dass die Show so früh am Morgen stattfindet.
AVANTASIA schauten wir uns im Sitzen mit einer Menge Bier an, so nervig und langweilig war das Gelaber und Rumgehampel auf der Bühne, the next bitte….
KREATOR sorgten darauf für den nötigen Ausgleich und rockten Wacken, wobei rocken hier nicht der richtige Ausdruck ist, man wurde einfach weggeblasen. „Extreme Agression“ über Wacken und die einfach simpel lustigen Ansagen von Mille sorgen für ein wahrlich fettes Thrashgemetzel.
Bei MOTÖRHEAD sorgte der beginnende Regen für eine Dämpfung des Konzertspaßes, dennoch sorgten Lemmy& Co mit den Hymnen „Rock Out“ oder „Ace Of Spades“ für den Rock ´n´ Roll am Abend.
CHILDREN OF BODOM dürften nun im Regen mit einer wegschwimmenden Technik kämpfen, Feuer von vorne und Regen von oben und fliehende Fans durch kurzeitigen Starkregen. Dieser Sorgte fast für einen Abbruch, die Band schaffte es aber mit einer sehr genialen Setlist das Publikum wieder vor die Bühne zu ziehen. Als bei „Hatecrew Deathroll“ der Regen wieder einsetzte, war es den Fans egal und die Band wurde frenetisch abgefeiert, magisch…
SUBWAY TO SALLY hatten dann das gleiche Problem zu Beginn, vor der Bühne war es noch recht leer und erst nach den ersten zwei Songs hörte der starke Regen auf. Die Band schaffte es aber mit Witz und ihrer Musik, wieder eine Menge Publikum vor die Bühne zu ziehen. Nass waren alle Beteiligten und so wurde die Premiere vom „Schwarzen Meer“ abgefeiert. Am Ende ging das Wacken Open Air 2011, nass mit „Julia und die Räuber“ zu Ende.
Das mittlerweile 11. Wacken Open Air für einige aus der Crew, war auch 2011 wieder eines der Besten organsierten Festivals das wir besuchten. Leider ist einiges an Flair verloren gegangen durch die Größe und das Drumherum. Ob es nun am Rahmenprogramm liegt, oder der Merchandise Sektion die ja mittlerweile alles verkauft wo ein Wacken Schädel drauf ist. Außerdem war die Security in diesem Jahr an einigen Bereich für ein Metalfestival unerträglich nervig. Spontane gesperrte Zugänge ohne Sinn und Grund und Drohungen eines Securitys mit Thor Steinar Gürtels gegen unseren Fotografen im Bühnengraben (Ramones T-Shirts stellen scheinbar eine Gefahr dar) sorgten für einen bitteren Nachgeschmack. Auf jedem anderen Festival hat man hier bessere und freundlichere Sicherheitskräfte.
Auch 2012 wird unsere Crew wieder vor Ort sein und von dem Wacken Open Air berichten, da uns die musikalische Auswahl 80km weiter einfach doch wieder überzeugen kann. Wacken 2012 Rain Or Shine!


