Schwarzes Lübeck

Wave Gothic Metal DarknessParty

WACKEN 2006

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                                 WACKEN OPEN AIR 2006
 Wacken, ein Dorf nur 70km von Lübeck entfernt gelegen und doch bekannter als unsere Stadt selber. Wenn ein Bayer fragt wo man herkommt, sagt man am Besten „Da bei Wacken“ der Grund dafür ist sicherlich das größte Metallfestival der Welt das Wacken Open Air. Dieses Jahr waren wir natürlich wieder für euch vor Ort und haben da so manches erlebt. Die Impressionen könnt ihr euch in unserer Gallerie anschauen.<br> Bereits Donnerstag Abend versammeln sich die ersten Heerscharen der Schwarzen Horden vor der Bühne. Donnerstag Abend findet wie gewöhnlich die Night To Remember statt. Dieses Mal mit FASTER INFERNO, VICTORY, TRANSILVANIAN BEAT CLUB, MICHAEL SCHENKER GROUP und den SCORPIONS.

Bei der Michael Schenker Group schaute ich mir das Treiben aber lieber von hinten am Bierstand aus an. Mir persönlich passt die Musik nicht so wirklich nach Wacken, hier und da zwar nette Solis und alte Hits, aber so wirklich Stimmung macht er nicht. Vielleicht mag es daran liegen das es einfach nicht mehr meine Zeit war.

Scorpions
Bei den Scorpions sah das Vorfeld schon ganz anders aus, geschätzte 25.000 versammelten sich am Donnerstag Abend vor der Bühne um 3 Stunden voller Rockklassiker zu genießen. Man holte auch einige ehemalige Mitglieder auf die Bühne, Ulrich Roth, Michael Schenker an den Klampfen und Herman Rarebell an den Drums, um hier ein paar Namen zu nennen. In der Setlist reihten sich Klassiker um Klassiker , „The Zoo“, „Coming Home“, „Bass Boys Running Wild“ oder „Loving You Sunday Morning” “We Burn The Sky” um hier nur einige zu nennen.
Als es dann „Big City Nights“ und „Cant Get Enough“ dem Ende zugeht stehen schon fünf Gitarristen auf der Bühne. Damit leitete man dann auch den letzten Song des Abends, den Hit „Rock You Like A Hurricane“, ein, der nochmal lautstark von Band und Fans ab gefeiert wurde.

Freitag


Wintersun
Bereits Freitag morgen gaben sich die die Finnen um Jari Mäenpäa auf der True Metal Stage die Ehre, doch auch zu dieser unchristlichen Zeit hatte sich der Platz vor der Bühne ganz gut gefüllt und so zeigten Wintersun, im blauen Licht gehüllt, ihren Gitarren- und keyboardlastigen Mix aus Folk, Death und Black Metal-Elementen. Mir persönlich poste Jari dabei zu Beginn etwas viel herum, aber jedem sei das Seine gegönnt.
Da Wintersun noch nicht sonderlich viel Material veröffentlicht haben, beließ man es größtenteils auf dem „Wintersun“ Album. Dabei wurden „Battle Against Time“, „Beyond The Dark Sun“, „Winter Madness“ und das starke „Sleeping Stars“ von den Fans bestens aufgenommen und mitgesungen.



Leider konnten die Finnen scheinbar immer noch keinen Keyboarder auftreiben, weshalb diese Parts wie schon seit langem vom Band kamen. Hier ist es definitiv Zeit für einen Zuwachs wenn die Band über das bisher erreichte hinaus will.


Legion Of The Damned

Als nächstes waren OCCULT dran, oh sorry LEGION OF THE DAMNED heißen sie ja jetzt.
Mir präsentiert sich hier eine gute Death/Thrash-Band, aber eben auch nicht mehr als „nur“ gut. SLAYER-ähnliche Riffs, die Kreischstimme von Maurice Swinkels, aber irgendwie nicht genug Eigenständigkeit – der Band fehlt weiterhin etwas besonderes.


Der Gig endet mit dem wohl noch besten Song der Band, „Legion Of The Damned“, das dann auch am ehesten von den Anwesenden mitgesungen wird und mich als einziges Lied einigermaßen überzeugen kann.


Six Feet Under

Wenn man sich fragt warum Corpse abgesagt haben, naja vielleicht wollte ein gewisser Fisher SFU nicht hören. Da hat er aber leider etwas verpasst, denn Six Feet Under bestritten den Gig als wären die Bierleichen hinter ihnen her. Barnes grunzte sich durchs Set das es nur so dröhnte und die Menge ging auch ebenso ab. Der Sound war nicht so das wahre, die Gitarren waren kaum hörbar, aber SIX FEET UNDER walzten einmal mehr einfach alles platt was in der Nähe stand.



Natürlich wurde auch die Coverversion von "T.N.T" gezockt, immerhin ist es leider ja auch einer der "bekanntesten" Six Feet Under Songs. Songs wie „The Day The Dead Walked“, „Torture Killer“, “Victim Of The Paranoid”, “Feasting On The Blood Of The Insane” – die Menge bangt als wäre sie im Rausch (was sie teilweise ja auch war ;-) ). Dazu dann noch ältere Songs wie „Silent Violence“ oder das erwähnte „Revenge Of The Zombie“, neueren Stoff wie „Shadow Of The Reaper“ und „Deathklaat“, zur überraschung einiger gibts auch noch „Burning Blood“ und „War Machine“. Zum Abschluss dann wie gesagt „TNT“, und ein Gig, der wieder einmal alles platt walzte.





Opeth

OPETH enttäuschend mich etwas, worin ich gerade von vielen Fans der Band bestätigt wurde – kein Song von der „Still Life“, und, vor allem, das Sonnenlicht schadete dem Gig von OPETH beträchtlich. Ein Funken springt jedenfalls bei diesem Licht nicht über, noch dazu das verzetteln in instrumentalen Stücken – eine bessere Setlist und ein Auftritt zu späterer Stunde wäre da wohl die bessere Entscheidung gewesen.

In Extremo

Schade das In Extremo zu dieser frühen Stunde spielen mussten, denn ihre Bühnenshow kommt meist im Dunkeln am Besten rüber. Dieser Gig enttäuschte mich aber auch so, da ich im Dezember 2005 bereits die beinahe haargenau gleiche Show gesehen hatte. Ob es nun die Pyros im Steuerrad waren (die im Sonnenschein schon mal gar nicht zur Geltung kamen) oder einfach nur der fehlende Funke. Zwar wurden mit „Spielmannsfluch“, „Werd Ich Am Galgen Hochgezogen“ einige alte Songs gespielt, trotzdem beschränkte sich der größte Teils des dargebotenen Materials auf die letzten beiden Alben.



Wohl eine Freude für die jüngeren Fans, aber da wir uns immerhin in Wacken befanden und nicht bei Rock Am Ring hätte man ruhig eine andere Setlist spielen können.
Für den geneigten Fan jedoch gab es dann außer den bereits genannten Songs auch noch „Wind“, Vollmond“, „Omnia Sol Temperat“ und „Erdbeermund“ – danach war dann aber auch Schluss mit älteren Songs und es ging an das neue Album „Mein Rasend Herz“, wovon unter anderem „Horizont“, „Macht und Dummheit“, „Rasend Herz“ und die fragwürdige Single „Nur Ihr Allein“ dargeboten werden.
[BT]




Vreid

Vreid auf der W.E.T.-Stage – ich wollte meinen Augen nicht trauen. Nachdem am 14. Januar 2004 mit dem tragischen Tod von Terje „Valfar Bakken“ das Ende der legendären Windir gekommen war beschloss der Rest der Band nach einiger Trauerzeit, sich von nun an eher de Black Metal zuzuwenden und unter dem Namen Vreid weiterzumachen. Und auch wenn das ganze mit Windir nichts mehr zu tun hat, die restlichen Mitglieder dieser Metallegende nicht zumindest auf der Party Stage spielen zu lassen ist war eine Frechheit.



Pünktlich um 19.15 betraten Vreid die Bühne im brechend vollen Zelt und konnten von Anfang an begeistern. Die Setlist liest sich wie folgt „Da Draumen Rakna“, „Hengebjörki“, „Evig Pine“ (Valfar gewidmet) oder „Pitch Black“, die Fans im Zelt bangten und moshten was das Zeug hielt. Jeder Song, ob vom Debüt „Kraft“ oder der Folgeplatte „Pitch Black Brigade“, wurde begeistert umjubelt und gefeiert, und die Band gab es mit Spielfreude pur zurück. Durch den Stilwechsel entfällt auch jeglicher Vergleich zu den eh göttlichen Windir, und so kann man den Gig Vreids durch und durch genießen.


Korpiklaani


Finnischer Hummpaaaa, trotz heißer Mittagssonne, die mir mein Haupthaar anzusengen schien!
Korpiklaani standen nun auf der Partystage und es war proppenvoll das man Angst bekam. Das große Manko Korpiklaani (auf der Party Stage) waren viel zu leise und Scharniere (auf der Black Metal Stage) waren viel zu laut – das hatte ich mir andersrum vorgestellt.



Die Band hatte offensichtlich trotzdem ihren Spaß, schließlich konnten die vorderen Reihen ja auch fröhlich mit tanzen, während einige versuchten zu erkennen, welches Lied der charismatische Sechser gerade spielte.
Wenn man sich die Stimmung ansieht, die inzwischen bei Livegigs von Korpiklaani herrscht, liegen diese inzwischen sicherlich auf einer Linie mit Finntroll – vielleicht bekommen sie ja nächstes Mal eine gnädigere (später, länger, größere Bühne!) Auftrittszeit.



Children Of Bodom



Children Of Bodom erleben momentan einen enormen Hype, der natürlich auch sehr viele “Kiddies” mit sich zieht. Aber auch wenn ich mich als „untrue“ oute , alle sechs Bodom-Gigs, die ich bisher gesehen habe, waren jeder für sich unschlagbar. Da scheiß ich mal auf Hype oder Untrue und zieh mir ne Stunde 100% Metal rein - und dieser Wunsch wurde mir erfüllt! Teils war ich doch froh das ich im Bühnen graben sitzen durfte, denn was bei dem Gig wieder an Körpern über die Absperrung flog war nicht normal. So rannte ein „junger“ Bodom Fan (ich schätze ihn mal so auf 16) geschätzte 15 Mal an mir vorbei. Die Booms starteten mit einem netten finnischen Intro, das mich stark an Elekäläiset erinnerte; es mag aber auch die Punkband von COB-Fronter Alexi gewesen sein.



Was danach kam konnte man mit einem tierischen Gemetzel vergleichen. Die Setlist setzte sich aus allen bisherigen Alben zusammen – ob „Bodom After Midnight“, „Evertime I Die“, „Lake Bodom“, „Needled 24/7“ oder „Hatecrew Deathroll“, um nur einige der gespielten Songs zu nennen.
Des weiteren sollte man vielleicht noch die Licht- und Bühnenshow erwähnen, die durchaus zu gefallen wusste, wer braucht da bitte sehr noch Adler und Roboscorpione? Das COBHC-Zeichen rockt in meinen Augen jedenfalls mehr, in Verbindung mit den Feuersäulen aus den ölfässern wirkte das doch sehr cool



Celtic Frost

Es wird wohl so einige Festivalbesucher gegeben haben, die mit dem Namen Celtic Frost überhaupt nichts anfangen konnten. Mir und dem Rest der Besucher war der Name jedenfalls sehr wohl bekannt, denn bereits ein knappes Stündchen vor planmäßigem Anpfiff staute sich die Menschenmenge vor der Black Stage bis zu den Freßbuden hin.
Die Lichtshow setzte das ganze dann noch richtig in Szene und auch der Sound war mehr als okay, auch wenn er manchmal ein wenig "vom Winde verweht" wurde. Nach "Into the Crypt of Rays" und "Circle of the Tyrants" gab’s noch das mächtige „Dethroned Emperor“, „W.H.O“, „Thieves“ oder „Procreation Of The Wicked“
Die neuen Songs stehen allerdings ganz und gar nicht auf meiner „muss-ich-sehen“-Liste und so verließ ich die Band gegen Ende bereits vorzeitig.

Amon Amarth

Um 2 Uhr Nachts betreten die Melo-Viking-Deather die Bühne, um uns leider zuerst einmal mit schwachem, leisen Sound zu überraschen – das gleiche Spiel also wie ein Jahr zuvor auf dem Party.San, und mir zur Erinnerung, warum ich diese Band eigentlich nur noch bei Hallenkonzerten anschauen wollte.
Ansonsten spulten Amon Amarth ihre gewohnte Show ab, aufgelockert durch eine Wikinger-Kampfszene – lang, actionreich, die Funken fliegen beim Aufeinander treffen der Klingen, und die übersicht hatte dank der Leinwand nicht zu leiden.
Auch songtechnisch wieder 1 a „Masters Of War“, „Bastards Of A Lying Breed“, „Fate Of Norns“, das geniale „Pursuit Of Vikings“ oder für mich der brillante neue Song „Runes To My Memory“, ein toller Song folgte dem anderen. Zum Ende hin gab es dann noch „Victorious March“ und „Death In Fire“, sprich die beiden Bandhymnen schlechthin. Trotz des eher schwachen Sounds endete der Gig in toller Stimmung.


Samstag


Arch Enemy

Eine so klasse Band spielt viel zu früh, arghhh sei Verflucht Veranstalter....Aber egal, bis in die hinteren Reihen wurde gefeiert, allerdings war man sich bei einigen Fans nicht mehr so ganz sicher, ob sie nun wegen der Musik anwesend waren, oder doch eher wegen gewisser optischer Reize. Der geneigte Fan jedoch, der abgesehen von Frau Gossows Reizen auch auf die Musik achtete, merkte: Aber die Band tobt sich perfekt durch ihr Set – sei es der Opener „Nemesis“, „Dead Eyes See No Future“, „Ravenous“, „Dead Bury Their Dead“, „My Apocalypse“, „Burning Angel“ oder der natürlich unverzichtbare Mitsingklassiker „We Will Rise“ zum Abschluss des Auftritts, das Publikum fraß der schwedisch-deutschen Band aus der Hand und bangte, moshte und gröhlte sich durch die volle Spielzeit als gäbe es kein Morgen (zumindest in Sachen Wacken gab es ja abgesehen von der Heimfahrt keines). Die Soundprobleme gerade zu Beginn des Gigs waren zwar katastrophal, doch das kann der Band, die einen absolut starken Auftritt ablieferte, nicht vorwerfen. TOP

Fear Factory
Seit über 10 Jahren gibt es Fear Factory, längst haben sie sich einen großen Namen erspielt, doch nach Wacken hatte es sie bisher nie verschlagen und dass dieser Auftritt längst überfällig war zeigt die große Resonanz des Publikums, denn schon vor Beginn der Show war der Platz vor der True Metal Stage gerammelt voll.
Leider ist auch diesmal der Sound wieder nicht das wahre, wovon viel Stimmung verloren geht. Die großen Fans der Band allerdings feiern ihre Helden zu „Edgecrusher“, „Cyberwaste“, „Archetype“, „Obsolete“ oder „Linchpin“ab. Und auch der Klassiker „Replica“ darf natürlich nicht fehlen.
Schade um eine gute Band, die vom schwachen Sound sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.


Morbid Angel

Samstag 16 Uhr, Black Stage – ein Pflichttermin für mich als Fan des US Death Metal! Um kurz nach 16:00 Uhr sollten die Jungs von Morbid Angel ihr Bestes geben. Mit großer Vorfreude hatte ich mich zur Bühne begeben, musste aber später leicht enttäuscht feststellen, dass das Konzert der Jungs und Trey Azagtoth enttäuschend war. Die Songauwahl war zwar unangreifbar, doch einmal mehr machte der schlecht abgemischte und viel zu leise Sound den Zuhörern und wohl auch der Band einen Strich durch die Rechnung..
David Vincents Stimme erklang nur leise, der Gitarrensound klang lediglich dumpf und auch die Lautstärke ließ zu wünschen übrig - man konnte sich jedenfalls während des Konzertes problemlos mit seinem Nachbarn unterhalten. ähnlich wie bei Slayer 2003 ...
Playlist der Jungs war vom Feinsten "Pain Divine", "Fall From Grace", "Prayer Of Hatred", "Angel Of Disease" oder auch „Lord Of All Fever And Plague“ sowie „Chapel Of Ghouls“, jeweils vom Debut „Altars Of Madness“, erfreuten den Fan, und Songs aus der "neueren“ Zeit wie das von den Alben "Heretic" oder „Gateways Of Annihilation". Hätte Wacken sein Tontechnik-Problem inzwischen in den Griff bekommen hätten Morbid Angel wohl alles plattgewalzt, so bleibt ein leicht schaler Nachgeschmack trotz einem tollen Konzert.
Neben dem Sound ein großes Manko war allerdings David Vincent selbst, der es sich nicht nehmen ließ, ein paar abfällige Bemerkungen zu den Israelis von Orphaned Land zu machen.


Orphaned Land

Garantiert unter den außergewöhnlichsten Künstlern des Festivals waren Orphaned Land, die aus dem Nahen Osten (Israel) angereist waren. Ihr stark orientalisch inspirierter Doom-Death glänzte nicht nur durch seine besagte Außergewöhnlichkeit, da solche Musik im Metal ja nun wirklich nicht häufig zu finden ist. Sehr kräftig, stellen weise sehr Roh, andererseits aber wunderbar komponiert und stellen weise wunderbar durchdacht und harmonisch abgestimmt. Nicht nur das, auch live konnte die Band den Eindruck den ich mir schon bei vorhergegangenen Liveshows gemacht hatte erhärten - nämlich dass diese Musik einfach Spaß macht. Das Hauptaugenmerk lag dabei bei Songs des gefeierten „Mabool“-Albums, und gerade der Hit „The Storm Still Rages Inside“ wusste wahrlich zu begeistern.
Für mich zweifellos das Topkonzert des Festivals, die ganz großen können sich von der Energie und Lust dieser Band ruhig ein paar Scheibchen abschneiden!


Gamma Ray

Nachdem ich vor zwei Jahren von Helloween trotz der Teilhabe von deren Ex-Sänger Kai Hansen, der nun mit seiner Band Gamma Ray auf der Bühne stand, maßlos enttäuscht worden war hatte ich mich doch entschieden, Gamma Ray eine Chance zu geben. Auch wenn meine Zeit der Power Metal-Verehrung mittlerweile lang zurückliegt und ich mich längst härteren Klängen angeschlossen habe, eine seiner ersten Metalbands überhaupt vergisst man nicht, und so stand ich pünktlich und gespannt vor der Bühne.
Erfrischend fröhlich geht es da zu, und altbekannt verbreitet Herr Hansen mit seinem breiten Strahlen und der offensichtlichen Freude am Musik machen schnell gute Laune. Die neue Scheibe war leider absolut nicht mehr mein Ding, und so geht es für mich zum Glück auch mit „Gardens Of The Sinner“ von der „Land Of The Free“ los, wovon es nach „New World Order“ mit „Men On A Mission“ gleich noch einen Song gibt. Es folgt der Klassiker „Rebellion in Dreamland“, in den als Tribut an Helloween „I Want Out“ eingebaut wird. Auch „Somewhere Out In Space“ „Fight“ vom neuen Album kann das Publikum begeistern, „Heavy Metal Universe“ wird bis zur Heiserkeit von den Fans der Band mitgebrüllt.


 



Kennt ihr Selpultura ? Oder, lasst mich die Frage anders formulieren, kennt ihr Soulpultura? Denn der Gig von Soulfly erinnerte naturgegeben stark an Selpultura, was sich natürlich vornehmlich in der Songauswahl widerspiegelte. Neben „Roots bloody Roots“, „Chaos A.D.“, „Troops of Doom“ und „Spit" ließen Soulfly natürlich auch genug eigene Songs hören, die sich zum größten Teil auf die großen Hits der Band beschränkten – so waren dann unter anderem „Execution Style“, „Bring It“, „Babylon“, „Eye For An Eye“ und „Prophecy" zu hören.



Dass Soulfly weiterhin Sepultura-Songs spielen zeigt jedenfalls, das Max Cavalera noch nicht ganz mit seiner alten Band abgeschlossen hat, Oder sind Soulfly einfach nur die neuen, besseren Sepultura?
Den doch recht großen Menge vor der Bühne sind diese Fragen jedenfalls egal, sie feiern Soulfly gehörig ab und lassen im Moshpit ordentlich die Sau raus.


Emperor

Emperor live – das durfte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, immerhin haben nur wenige Bands derart tolle Alben veröffentlicht wie die Herren um Fronter Ihsan.

Dass diese zwar schon ein paar Jährchen alt sind macht ja nichts, Celtic Frost hatten ja auch schon zu begeistern gewusst.
Letztendlich konnte ich mich einiger Enttäuschung nicht erwehren – man kann den Gig beim besten Willen nicht als schlecht bezeichnen, die Setlist ließ nicht zu wünschen übrig, und trotzdem wollten Emperor mich nicht recht überzeugen. Zu lasch, zu unmotiviert wirkte die Black Metal Legende – was allerdings einen Großteil der Fans nicht zu stören schien, der bangte sich jedenfalls die Nacken wund und verausgabte seine letzten Kräfte.



Der Setlist angemessen war was allemal „IX Equilibrium“, „Prometheus“ oder „In The Nightside Eclipse“, diese Band hat Meilensteine der Black Metal-Geschichte veröffentlicht. Ob „In The Wordless Chamber“, „Towards The Pantheon“, „The Loss And Curse Of Reverence“, „With Strength I Burn“ oder “I Am The Black Wizards”, die zahlreichen Emperor-Fans sind begeistert und feiern ihre Helden um den sichtbar beeindruckten und sich mehrfach bedankenden Ihsan. Zum Abschluss gibt es dann „Inno A Satana“, und eigentlich wäre kein Wunsch mehr offen – eigentlich, wäre da nicht der Sound gewesen. Weit vorne habe ich noch Nasenbluten vom Sound bekommen, aber meine Kollegen beim Soundturm klagen doch enorm


Die Apokalyptischen Reiter

Der Band folgt ja schon seit langem ein treuer Fantross, und so konnte man auch in Wacken vor tausenden Zuschauern spielen – Und es war so voll das selbst der Bühnengraben nach den ersten 2 Song komplett gesperrt wurde. Obwohl die Zuschauermenge für die Party Stage viel zu groß war gelang es der Band, ihre Spielfreude bis in die letzte Reihe zu verspühen.

Songs wie "Riders On The Storm", die Hymne "Metal Will Never Die", "Die Sonne Scheint", die Bandhymne "Reitermania", "Du Kleiner Wicht", "Barmherzigkeit" oder sogar das rasend schnelle Dschingis Kahn-Cover "Dschingis Khan", jeder einzelne Song wird von den Fans lauthals mitgegröhlt; währenddessen wird gehüpft und gepogt was das Zeug hält. Es scheint Crowdsurfer zu regnen, und selbst die hinteren Reihen springen und singen mit.
Mittendrin krönt Dr. Pest mit einem Peitschenschlag den neuen Fanclubvorsitzenden der Reiter, der sich darauf auf der Luftmatraze zur "Ehrenrunde" über das Publikum aufmacht.

Mit "We Will Never Die" wird der Letzte Song bestritten und die Antwort aus tausenden Kehlen ist der klarste Beweis dafür WE WILL NEVER DIEEEE

Motörhead

Motörhead, kein Heavy Metal-Fan kommt an diesen alten Hasen herum.
Aufgrung der Schweigeminute für das Todesopfer im letzten Jahr, fingen Lemmy

etwas später an was der Stimmung aber keinen Abbruch tat.Die Stimmung rundherum war so ausgelassen wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe. Junge Hüpfer und Altrocker bangten als gäbe es keinen Morgen mehr (wie bereits erwähnt – es gab ja in Sachen Feiern und Bangen keins ;-)



Im ganzen Publikumsfeld vor der True Metal Stage war Partylaune angesagt. Laut, roh, und Lemmy brüllte mal wieder von unten in sein hoch eingestelltes Mikro. Ob „Stay Clean“, „Killers“, „Metropolis“, „Over The Top“, „No Class“, „In The Name Of Tragedy“, „Dancing On Your Grave“, „Born To Lose“, „Sacrifice“, „Ramones“, „Killed By Death“, “Another Perfect Day” – wohl jeder Metalhead ächzt schon beim Durchlesen dieser Songtitel angesichts der Nackenschmerzen, die diese unweigerlich hinterlassen. Zu “Killed By Death” bittet Lemmy die Sängerin von Meldrum auf die Bühne, die ihre Vocals beisteuerte, und das Publikum bangt, mosht und gröhlt als gäbe es die Welt außerhalb des Festivalgeländes gar nicht mehr.
Zum Abschluss werden natürlich noch die Hits „Ace Of Spades“ und „Overkill“ geboten, das nochmal alle Anwesenden mobilisiert und ihre letzten Kräfte fordert.
[ST]


Finntroll

Obwohl der neue Sänger Mathias „Vreth“ Lillmåns noch kaum einem ein Begriff ist hat sich eine große Menge feierwütiger Humppa-Fans vor der Black Stage versammelt, bereit, nochmal zu springen, zu moshen und zu gröhlen was das Zeug hält.
Diesmal spielt auch der Sound einigermaßen mit, wodurch nicht einmal die mitreißenden, fröhlichen Keyboardmelodien untergehen. Und so können die Finnen durch eine Setlist voller Hits abfeuern – ob „Hemkomst“, „Jaktens Tid“, der Mitsinghit „Trollhammaren“ oder der tolle Abschlussong „Det Iskalla Trollblod“, die Fans sind begeistert. Ebenso gibt es einige Songs vom neuen, noch erscheinenden Album, die durchaus zu begeistern wissen.
Sänger Vreth jedenfalls ist ein würdiger Ersatz seiner Vorgänger, rein äußerlich werden die meisten allerdings wohl immer an seine doch eher stark gebauten Vorgänger denken.
Ein toller Gig.

Subway To Sally

“Blut, Blut, Räuber saufen Blut” – Nein, noch sind die Kräfte des offensichtlich auch nach teils drei, teils sechs Tagen in Wacken zeltenden Publikums noch nicht erschöpft, und so erklingt immer wieder der bekannte Refrain von “Julia Und Die Räuber” aus tausenden Kehlen, bevor die Band sich auch nur zeigte. Auf sich warten lassen diese allerdings trotzdem nicht, und so werden sie dann auch pünktlich um 2 Uhr Morgens euphorisch von den anwesenden Fans begrüßt.
Subway To Sally bieten zunächst Songs ihres neuen Albums,, „Schneekönigin“, „Feuerland“ und „Knochenschiff“ scheinen die meisten Anwesenden zu begeistern, gefeiert werden die Mittelalter-Rocker jedenfalls bis zum Umfallen.

Die Band dankt es mit Spielfreude und voller Energie – und als dann auch „Kleid Aus Rosen“, „Minne“ und „Henkersbraut“ angekündigt werden, bin auch ich wieder versöhnt. Auch über „Schrei“, „Falscher Heiland“, Das Rätsel II“ und „Die Schlacht“ kann man sich, bevor „Sieben“ das Set auch schon wieder abschließt. Doch gibt es für die Mannen sowie die Dame um Sänger Eric Fish keine Chance, um einen bestimmten Song herumzukommen – und so besteht die letzte Zugabe denn auch aus „Julia Und Die Räuber“, das nochmal enthusiastisch abgefeiert und aus tausenden Kehlen begleitet wurde.


Insgesamt muss ich feststellen der Sound war teilweise unterirdisch schlecht, aber hier gehe ich davon aus dass das den Veranstaltern selbst klar ist. Es ist ja auch bereits eine neue Bühnenaufteilung für 2007 geplant.
Die Party Stage platzt inzwischen aus allen Nähten und bedarf dringend der Vergrößerung, aber auch dies wird 2007 geändert.
Für viele verfliegt dabei der Flair beim Ansehen „seiner“ Bands, wenn er sich diese über Zehntausende Köpfe hinweg ansehen muss – es bleibt nur zu hoffen dass das Wacken Open Air 2007 endlich wieder mit den spielenden Bands wächst.
Dennoch – wir kommen wieder, und sei es nur wegen den amüsanten Begegnungen auf dem Campingplatz, dem friedfertigen, aufs Feiern orientierten Charme des Campgrounds

All Pics by Birger Treimer/FallenUnicorn

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