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15. Wacken Open Air 2004
Dienstag
Endlich geht es wieder los, zum bereits 6. Mal brach ich auf zum größten Metalfestival Europas dem Wacken Open Air das nun schon zum 15. mal stattfand. Nach einer beschwerlichen und langen Reise im 8 Personenbus, was glaubt ihr wie nervig angetrunkene Frauen sind, sodass wir im Hochsommer bei 37°C ganze 2 Stunden brauchten um Wacken zu erreichen. Immerhin 1 Stunde um aus Lübeck herauszukommen. Angekommen am Ortschild musste der Fahrer des Busses erst mal halten, damit ich und mein Kumpel das Schild küssen konnten. Dann ging es weiter, da einige Bekannte schon Montag morgen nach der Warm Up Party losgefahren sind bekamen wir einen wunderbaren Platz ca150m vom Festivalgelände entfernt. Neben uns hatten die Niederländer bereits das Lager aufgeschlagen und lagen bereits voller Dinge auf dem Rasen rum... ähmm ja...
Was macht man nun nach dem Aufbau der Zelte und den ersten 2 Litern Bier?
Richtig einkaufen....was am Dienstag auch noch sehr angenehm im örtlichen Edeka ist.
Nach den lebensnotwendigen Hartstoff und Nudeleinkäufen, machten wir uns auf ins örtliche Freibad wo lauter schwarze Gestalten voller Freude im Wasser spielten, den Turmspringern zukuckten, oder sich einfach nur unter dem Baum gelegt hatten. (ja nicht braun werden war das Motto). Dort verbrachten wir eigentlich den ganzen Tag...
Die erste lange Nacht verbrachten wir mit unserem Schottischen Nachbarn und den berühmten Freaks von „Brustauflegen 1 €“ die direkt neben uns wohnten.
Mittwoch
„In einem Wunderschönen Land“ ohh nö.. es war 9.00 Uhr und unsere Nachbarn haben Biene Maja in ihre 1200 Watt Anlage... ach du schöner Wecker in Wacken wie hat man ihn vermisst. Nach dem Morgenurinieren und Zähneputzen bemerkte man das sich bereits einige Tausend Langhaardackel über die Nacht angesiedelt haben... öh nööö vollgekackte Dixies...
Nach dem Routinegang zum Dixie, das im übrigen „noch“ sauber war suchte man wegen der Hitze nach den freien Wasserbecken... Die man nun aber bei den Duschcamps eingezäunt vorfand und bezahlen sollte, angeblich weil einige mit einer Badewanne Scheiße gemacht haben. Na toll 38°C im Schatten und nur die Wasserstellen an den Dixies mit genau 1-2 Wasserhähnen, zum Glück hatten wir ein 120 Liter Fass am Dienstag gefüllt, sodass wir über die Woche immer Wasser dabei hatten. Der Mittwoch, nun war Wacken also eröffnet....was wir natürlich im Kinderbecken des Freibades und einigen Kisten Bier feierten.... Alle die nicht im Freibad waren, verblieben auf dem Campinggelände, oder feierten im Paulaner Biergarten zur Feuerwehrkapelle ab, die auf der neuen Jim Beam Stage vor ca.1500 betrunkenen Metaller ein Trinkliedern nach dem anderen spielte.
Den weiteren Abend verbrachten wir mit Trinkspielen, im Partyzelt, Grillaktionen und kuckten unseren Schottischen Nachbarn beim Ausheben eines 2m tiefen Loches zu. Auf die Frage warum sie ein Loch graben kam die Antwort: „We search for the troll-treasure at the end of the rainbow“. Ja ahjaa
Donnerstag:
Der Stress ging früh los, na ja aufstehen brauchten wir nicht da wir erst um 7 schlafen gehen wollten, aber nun erst mal los 4km durch die Pampa Presse Pässe besorgen. Nach 1 ½ Stunden hatten wir unseren Kram dann auch gehabt, aber oh Graus es gab keine Stoffbändchen. Den Rest des Tages verbrachte man mit Einkäufen bei einigen viel zu überteuerten Händlern, so wollte doch fast jeder für einen Spitzpatronengurt 50-70€ haben. Außer einer aus Leibzig der mir den für 25€ Tacken verkaufte....
Um 16.00 Uhr öffneten nun die heiligen Tore und die Party konnte nun vollkommen beginnen.
Der Abend begann mit Zodiac Mindwarp die aus unserem Camp aber eigentlich niemanden interessierte, dann folgte die erste interessante Band für diesen Abend und zwar die größte Warze auf diesem Planeten Lemmy mit Motörhead. Eigentlich ein solider Auftritt doch war der Sound leider viel zu leise abgemischt, so dass man enttäuscht am Bierstand stehen blieb.
Um 21.00 Uhr enternten die umstrittenste Band des ganzen Open Airs die Bühne, die Rede ist hier von den Böhsen Onkelz. Die erwarteten Schlägereien blieben aus, dass einzige was auffiel war das doch relativ bunt gemixte Publikum, aber dennoch herrschte eine gute Stimmung, was zum großen Teil auch an der genialen Playlist lag. Die Onkelz präsentierten ihre kompletten Hits von Kirche, Die Größte Firma, Nur die Besten sterben Jung bis Terpentin, leider war Kevin schlecht bei Stimme was an der Stimmung aber wenig änderte. Grandioses Konzert, komischerweise sagte Kevin am Ende noch „Bis 2006“, mal kucken was dann kommt.
Denn Rest des Abends verbrachte man bei der Metal Hammer Geburtstagsparty im Partyzelt und wankte dann morgens gegen 7.00 Uhr Richtung Zelt.
Freitag:
Der Erste Richtige Festivaltag begann wieder mit dem Altbekanntem „GUTEN MORGEN WACKEN“ (wenn ich denn erwische), die ersten fluchten bereits über Sonnenbrand und wer nicht nach 11.00 Uhr aus dem Zelt kam, war ab 12.00 Uhr schweißgebadet. Duschen, bei der Schlange ? Nee... dann doch lieber nur unter den Wasserhahn...
Bei Klängen von „The Excrementory Grindfuckers“ verging die Zeit bis zu den ersten Konzerten doch relativ schnell. Wegen der Hitze traute ich mich aber erst zu Paragon vor die True Metal Stage. Solide Show der Hamburger Power Metaller, da am Nachmittag einige Interviews auf dem Zettel hatte verpasste ich dadurch leider Cathedral, Weinhold schaute ich mir noch kurz an, floh dann aber schon nach kurzer Zeit zu meinen Biervorräten, denn die Band brauch kein Mensch.
Nach einiger Zeit stand nun mein erster Favorit auf der Bühne, die Rede ist hier von Arch Enemy mit ihrer schicken grunzenden Blondine Angela Gossow. Obwohl die Gitarren sich etwas matschig anhörten feierten eine Menge Metaller zu Songs wie We Will Arise, Ravenous, Enemy Within und End of the Line derbe ab. Bühnenshow geil, Songlist geil, Frau geil... was will man mehr.
Brainstorm lieferten auch eine erstklassige Show ab, zwar etwas leise, ließen die Songs The Leading und Amarillo die Langhaardackel rocken was das Zeug hält.
Den Mayhemgig habe ich leider nur 10 min sehen können da meine Bekannte wegen der Hitze einen Kreislaufkollaps erlitt.
Grave Digger mhh die waren doch 2004 schon da, aber egal hier war wieder Party mit Songs wie: Rebellion, Knights Of The Cross, Morgane Le Fay und Heavy Metal Breakdown angesagt und so heizte die Band den Fans bis zum Ende ein.
Statt Dio war nun für uns Sufferage im Partyzelt angesagt, die mit ihren Norddeutschen Fans gut zu feiern hatten... dann war noch ne kurze Trinkpause angesagt.
Irgendwann rief dann der heilige Schmier zur totalen Zerstörung, die Rede ist von Destruction die mit einer verdammt geilen Licht und Pyroshow einen Hit nach den anderen in die Menge jagten. Wem bei Thrash Till Death nicht die letzte Synapse im Gehirn geknackt ist, der war schon pennen oder bei Eläkeläiset, die einen Guten Haufen Folker zum Humpatee einlieden. Aber nach 30min Humpa, Humpa und Humpa machte man schnell einen Abflug, zuviel Humpa ist nicht gut am Abend.
Da uns jüngeren Metaller Doro&Warlock nicht wirklich interessierte verblieben wir im Camp und betranken uns mit Met.
Met ist auch das Motto des letzten Gigs, wer so behämmert ist und Amon Amarth um 2.00 Uhr ansetzt gehört erschossen. Dennoch war das Gelände zur später Stunde gut gefüllt mit denen die noch laufen konnten. Diejenigen die es nicht mehr schafften halt Pech denn Amon zündeten einen Nordischen Sturm über Wacken mit Songs der Marke:
Victorious March, Death In Fire, Where Silent Gods Stand Guard, Masters Of War und ein Song vom neuem Album; Pursuit Of Vikings. Die letzten verbliebenden Fans gaben ihr bestes zur späten Stunde und die Schweden dankten es.
3.00 Uhr in Wacken ? Was machen wir nun, schlafen auf jeden Fall nicht, da gab es noch das Partyzelt... dort verbrachten wir die Zeit bis um 6.00 auch um dann glücklich nach Hause zu Wanken.
Samstag:
4 Stunden später wurde man wieder von Volksmusik geweckt und brach nach der üblich Morgenpflege auf um sich einen Kaffee und Frühstük zu besorgen. Zwecks teurer Preise gingen wir in den Ort zu den Bäckerei wo uns frisch geschmierte Brötchen mit Kaffee für wenig Geld serviert wurde.
Death Angel, und Anthrax hat sich von uns keiner angekuckt, was an der Unlust lag die wegen der Hitze vorhanden war.
Nightwishclon After Forever oder Geholze a´la Cannibal Corpse, ich entschied mich für die letzteren, wo ich auch nicht enttäuscht wurde, auch wenn das Geholze wegen dem Staub schnell etwas nervig wurde.
Hypocrisy hatten zwar nicht denn besten Sound, aber Peter meisterte den Gig solide und verzauberte so manchen Fan mit Hymnen like Roswell 47 und Destroyed.
Schnell ging es rüber zu Halloween die mit Starlight starteten und dann die Hymne Keeper of the Seven Keys erschallen ließen. Dann gab es noch mit Dr. Stein, Eagle Fly Free für die älteren, mit If I Could Fly, Sun for the World und Power für die jüngeren. Für die Zugabe kam kein anderer als Kai Hansen auf die Bühne und zockte How Many Tears und Future World, was die Fans mehr als erfreute.
Eine Sauerei ist es eigentlich schon Children of Bodom gerade mal 1 Stunde Spielzeit zu geben und das noch bei Tageslicht. Da Halloween etwas länger gespielt hat als erwartet schien die Zeit noch kürzer zu werden. Aber wie man die Bodoms kennt steht in der nächsten Stunde 100% Metal auf dem Spielplan gemischt mit einigen bereits bekannten Ansagen (50 mal „Fuck“ mindestens). Die Setlist hätte eigentlich nicht geiler sein können Chokehold, Sixpounder"oder "Needled 24/7 vom neuen Album und Gassenhauern a la Hate Me!, Silent Night, Bodom Night. Nebenbei stellte die Band noch einen neuen Rekord auf, an die 5000 Crowdsurfer flogen über die Menge, was besonders in den ersten Reihen vom Luftgitarrenspiel abhielt.
Nun brauchte man etwas Pause, wo geht das mehr als bei Schandmaul, zwar schon oft gesehen aber immer wieder spaßig, größtenteils spielten die Folk-Rocker Songs von der Wie Pech und Schwefel Scheibe ließen aber auch Klassiker nicht aus. Eigentlich ein schöner Abschluss des diesjährigen Wacken Open Airs, wäre da nicht noch eine Band.
Die Rede ist hier von J.B.O. eigentlich war ich langsam soweit meine Muttersprache zu vergessen, aber noch nüchtern genug um mit Freunden zu Kuschelmetal, Schlumpfsong, Verteidiger des Wahren Blöedsinn das Tanzbein zu schwingen.
Dann wurde noch bis um 6.00 Uhr im Partyzelt gefeiert bis sich auch die letzten Mageninhalte verabschiedet hatten.
Am Sonntag wurden wir erst gegen 13.00 Uhr abgeholt und konnten den Irak Krieg Live auf dem Wacken-Feld mitverfolgen. Das Abfackeln der Zelte ist ja nichts Neues, aber bitte liebe Leute bei brennenden Kühlschränken hört es auf....
Abschließend kann ich nur sagen „Bis Nächstes Jahr Wacken, Rain or Shine und Shine bitte nicht so doll @Petrus.


